Jugendmusiklager 2011 in Rehtobel

Dass der Herbst Einzug hält lässt sich jedes Jahr nicht nur an den goldigen Blättern, den kürzeren Tagen und der kühleren Wetterlage erkennen, sondern auch daran, dass in den Herbstferien Kinder, Jugendliche und Erwachsene zusammenkommen, um gemeinsam in ein Lager zu fahren.

Die ist auch bei der Jugendmusik Jenaz nicht anders. Am morgen des Abfahrttages herrscht ungewohnter Trubel am Bahnhof Jenaz:

Aufgeregte Anfänger, vielleicht sogar ein wenig nervös vor dem noch unbekannten und doch ersehnten Aufenthalt, fern von heimischen Gefilden, grössere Jugendmusikanten, mehr oder weniger „alte Hasen“, die bereits etwas Erfahrung und somit ein wenig mehr Gelassenheit mit sich bringen und Leiter, oft Ehemalige, die sich kaum weniger auf das Lager freuen als die Jugendmusikanten selber. Dazu, nicht weniger wichtig, Familienangehörige, die zur Verabschiedung der Lieben mitgekommen sind, die Mut zusprechen, evtl. Ermahnung oder Ratschläge mit auf den Weg geben oder schmollend erkennen, dass sie auch mitfahren möchten, aber noch zu jung dazu sind.

Und so kann die Reise beginnen.

Was folgt ist eine Woche voller Musik, Freunde und Spiele. Dass täglich musiziert wird steht ausser Frage, schliesslich hat man eine Mission und will am Lagerabschlusskonzert mit dem Gelernten glänzen. Nebst den vielen Stunden unermüdlichen Übens entstehen zwischen den Lagerteilnehmern Banden, die meist über Jahre hinweg bestehen. Man lernt sich besser kennen, lacht, spielt und streitet miteinander wobei ein wohlüberlegtes Lagerprogramm immer für Abwechslung und neue Herausforderungen sorgt, sei dies mit einer Wanderung, einem Unihockeyturnier, Lottoabend, Theatervorführungen aus dem Mittelalter, einer Misswahl… ach, man muss einfach dabei gewesen sein! Jedes Lager ist unvergleichlich und noch Jahre später wird man zusammenkommen und sagen „Weisch no..“ und so dafür sorgen, dass die Lager unvergesslich werden.

Am Lagerabschlusskonzert ist es dann Zeit, etwas müde aber glücklich, Freunden, Bekannten und Verwandten zu zeigen was man kann. Dabei haben alle, auch die Kleinsten!, die Chance im Rampenlicht zu stehen, wobei häufig der jeweilige Leiter nicht minder nervös ist. Doch Applaus ist auf jeden Fall garantiert!

Ist der Auftritt vorüber und das letzte Händeklatschen halt noch in den Ohren nach, so denk man unweigerlich: „Das kann nicht sein, schon wieder ein Jahr vorbei?“ Und obwohl sich nach einer Woche Zusammenseins am Ende bei vielen eine gewisse Gereiztheit aufbaut, ganz gewiss jeder sich auf sein eigenes Bett freut und es noch unzählige Geschichten den Daheimgebliebenen zu erzählen gibt, so kann man das nächste Musiklager insgeheim doch schon kaum erwarten.

(Text: Maria Eggimann)